Gemeinde Brunnthal Gemeinde Brunnthal
Rathaus der Gemeinde
Brunnthal im Landkreis München
Wir lieben und leben Tradition
Leben auf dem Land und doch stadtnah
Malerische Landschaften

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

Die Gemeinderatssitzung im November war höchst interessant, was sich in der Besucherzahl widerspiegelte. Sicher 100 Besucher standen bis in den Gang hinaus und folgten aufmerksam der Diskussion um eine mögliche neue Mehrzweckhalle für den TSV Brunnthal.

Schon vor fünf Jahren war dieses Thema aktuell. Die Umstände sprechen dafür, dass es eine räumliche Erweiterung geben sollte, die finanziellen Fragen lassen allerdings Zweifel aufkommen. Schon 2012 wurde eine Turnhalle gewünscht und stand hinsichtlich der Haushaltsmittel in Konkurrenz zur Erneuerung der Dorfmitte Brunnthals. Ein Bürgerentscheid fiel klar zu Gunsten der Neugestaltung und Bebauung der Dorfmitte aus. Die beantragte Bürgerentscheidung über eine Mehrzweckhalle wurde mit den vor der Wahl geänderten Mehrheitsverhältnissen vom Gemeinderat abgelehnt, hätte aber in dieser Frage dem neuen Gemeinderat ab 2014 eine Handlungsvorgabe ermöglicht. Tatsache ist: eine Mehrzweckhalle und gewünschte Dreifachturnhalle kostet sowohl in der Herstellung wie auch im anschließenden Unterhalt (Strom, Wasser, Hausmeister, Gebäudeerhalt usw.) viel Geld, was sich in der Regel erst mittlere Gemeinden ab einer größeren Einwohnerzahl leisten können. Seitdem ist die finanzielle Situation der Gemeinde zwar relativ stabil, aber noch nicht so rosig, als dass die neuen laufenden Unterhaltskosten für eine solche Sportanlage von der Gemeinde immer ohne negatives Jahresergebnis bezahlt, oder gar von den Vereinen selbst gestemmt werden könnten. Die räumliche Situation der Sportler hat sich zwar durch die Nutzungsmöglichkeit der 3-fach-Turnhalle im mitbezahlten Gymnasium Höhenkirchen, insbesondere für die Handballerinnen erst einmal verbessert, allerdings ist der Raum- und Platzbedarf wegen des großen Engagement der Sportvereine insgesamt noch schneller gewachsen.

Die Gemeinde Brunnthal muss nach wie vor gut haushalten, um die Pflichtaufgaben, allen voran Schulen, bezahlbare Kinderbetreuung, Wasserversorgung und Straßenunterhalt, sicher und vollumfänglich erfüllen zu können. Die Sportförderung mit einer neuen Mehrzweckhalle ist nur eine freiwillige Aufgabe im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit, auch wenn wir, der Gemeinderat und ich, die Jugend- und Kinderarbeit, das gesellschaftliche Wirken und die sportlichen Erfolge sehr hoch schätzen. Hinzu kommt, dass ab 2018 etwa 30 Prozent unserer Haushaltsausgaben wegen der erhöhten Kreisumlage an den Landkreis München abfließen, das sind über 1 Million Euro mehr als im letzten Jahr. Eine wirtschaftliche Darstellung einer Mehrzweckhalle, die eine freiwillige Aufgabe der Gemeinde ist, ist derzeit unter diesen finanziellen Umständen nicht möglich. Der Bau einer Halle im Rahmen einer weiterführenden Schule (geplanter Bau einer neuen Realschule im Zweckverband weiterführender Schulen im Münchner Südosten) hätte nicht nur den Vorteil, dass die Sporthalle am Vormittag und frühen Nachmittag besser belegt ist, sondern ist dann auch eine Pflichtaufgabe, deren Kosten der Landkreis trägt.

In der Diskussion des Gemeinderates über Kosten ist daher auch erneut die Überlegung aufgekommen, die beiden Sportvereine TSV Brunnthal und TSV Hofolding aufzufordern, mehr Synergien zu nutzen. So könnte der TSV Hofolding seine Sporthalle für den TSV Brunnthal noch mehr öffnen, Sparten könnten zusammengelegt und gemeinsame Trainingsmöglichkeiten genutzt werden. Bevor ein sofortiger Bau einer kostspieligen Turnhalle gefordert wird, müssen erst einmal alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Bei derlei gemeinschaftlichen Handeln, nicht nur im Jugendbereich, könnte durch mehr Breite im Spielerangebot auch eine höhere sportliche Qualität erreicht werden. Eine gerechte Belegung der Außenanlagen und Hallen sollte vor allem durch die Vereine selbst erzielt werden und nicht durch äußere Vorgabe der Gemeinde geregelt werden. Ob die beiden Vereinsheime zusammengelegt werden könnten, habe ich im Moment noch meine Zweifel (weil auch andere Vereine wie die Schützengesellschaften und Schnupfclub betroffen wären), aber sicher böte auch dies Einsparmöglichkeiten. Erst wenn mit allen Vereinen als mögliche zukünftige Nutzer ein Überblick über alle Wünsche und Vorstellungen vorliegt, kann der Gemeinderat fundiert über den Bau einer Mehrzweckhalle in die Zukunft blicken. Die Mehrheit der anderen Vereine hatte in der Vergangenheit die bisherige Struktur der Vereine und Gemeindeförderung bevorzugt und einem Hallenbau mit der Gefahr der Kürzung ihrer Fördergelder eine Absage erteilt.

Hinsichtlich dem Bau der vorher genannten neuen Realschule im Südosten ist unsere Gemeinde als Ausfalloption für Höhenkirchen-Siegertsbrunn immer noch im „Rennen“, wie der Beschluss des dortigen Gemeinderates bestätigte. Sollten wir hier tatsächlich den Zuschlag vom Landkreis bekommen, so ist für die Realschule auch eine Mehrzweckhalle geplant, die den Vereinen vor Ort auch eine Nutzung nach dem Schulbetrieb ermöglicht. Das wäre ein echter Glücksfall für unsere Sportler. Insbesondere auch deswegen, weil der Bau teilweise und der Unterhalt ganz vom Landkreis getragen wird. Unsere Gemeinde muss immer, entsprechend unserer Schülerzahlen, die Baukosten mitfinanzieren, egal ob die neue Schule in Höhenkirchen oder in unserer Gemeinde steht. Die Möglichkeit, dass wir den Zuschlag bekommen, wenn unsere Nachbargemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn kein ausreichend großes Grundstück in den Zweckverband einbringen kann, ist dann sehr hoch, auch wenn wir keinen S-Bahnbahnhof haben. In Neubiberg sind das Gymnasium und die Realschule ebenfalls von der S-Bahn-Station entfernt. Die zukünftige ausgebaute Buslinienführung auf der 214 und 216 könnte die Frage des Transports von den erwarteten 450 Schülern wohl aus 3 Richtungen (HöSi, Sauerlach und Aying) lösen. Zudem wäre es auch für Sauerlach ein naher Realschulstandort.

Auch die Grundsatzdiskussion, die im Gemeinderat vor der Diskussion um die Mehrzweckhalle geführt wurde, ob denn in der Vergangenheit genug um die Thematik der Kinderbetreuung gemacht wurde, kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Früher hatten wir eine Teilhauptschule mit beschulten 10 Klassen. Dann wurde am Gemeindehaus und dem ehemaligen Feuerwehrstüberl Räume zur Betreuung von Schulkindern geschaffen – nicht zuletzt die Erweiterung der Schule im Obergeschoss mit 3 neuen Klassenzimmer und sehr großem Lehrerzimmer und die beiden Klassenzimmer im ältesten Teil wurden zum großen Mehrzweckraum umgebaut. Bei einigen überschulischen Untersuchungen wurde die Schule für ihr großzügiges Raumangebot und –Ausstattung stets gelobt. Sicher stellt sich bei einer wachsenden Gemeinde auch hier grundsätzlich die Frage nach einer Vergrößerung. Darüber wie schnell die Gemeinde wächst, war stets Einigkeit über langsames Wachstum von allen Gruppierungen gegeben. Dies hatte auch seit 2014 keine Wohnbauausweisung in nennenswertem Umfang (außer Ortsrandabrundung in Hofolding) zur Folge. Ich denke, dass wir den nachgefragten Bedarf an Schulraum frühzeitig bestens gedeckt haben und weiterhin sicherstellen werden. Ob die Gemeinde weiterhin die empfohlenen Klassenraumgrößen mit teilweise rund 50 % Flächenzuschlag ausstattet oder kleiner gliedert, darf mit Sicherheit hinterfragt werden: denn auch hier gilt, dass freiwillige Leistungen nur im Rahmen der Leistungsfähigkeit erfüllt werden können.

 

Darüber hinaus möchte ich Ihnen noch die Änderung unserer Öffnungszeiten ab dem 01. Januar 2018 bekannt geben.

Der lange Behörden-Nachmittag (zusätzliche Öffnungszeit von 15.30 Uhr – 18.0 Uhr) muss von bisher Mittwoch auf Montag verlegt werden. Hintergrund ist die gesetzlich festgelegte Arbeitszeitregelung gem. § 3 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) die besagt, dass die Arbeitszeit der Arbeitnehmer 10 Std. am Tag nicht übersteigen darf.

An Sitzungstagen wurde somit die gesetzlich zugelassene Arbeitszeit unserer Amtsleiter und Amtsleiterinnen überschritten. Um sowohl vollumfänglich für die Bürger und Bürgerinnen zu den Parteiverkehrszeiten erreichbar zu sein, wie auch die Teilnahme an den Sitzungen zu gewährleisten, musste der Behördennachmittag vom Sitzungstag des Gemeinderates und deren Ausschüsse getrennt werden.

Eine Verlegung des Sitzungstermins zu Gunsten der Beibehaltung des Behörden-Nachmittag am Mittwoch hat der Gemeinderat nicht zugestimmt, da die Mitglieder des Gemeinderates ihr Amt ehrenamtlich bekleiden und all ihre beruflichen Pflichten rund um den Mittwochstermin abgestimmt haben.

Dem Ergebnis der Mitarbeiterumfrage den Behördennachmittag auf Montag zu verlegen hat der Personalrat zugestimmt.

Die neuen Öffnungszeiten ab dem 01.01.2018 sind:
Mo. von 8.00 Uhr – 12.00 Uhr und zusätzlich von 15.30 Uhr – 18.00 Uhr
Di. von 7.30 Uhr – 12.00 Uhr
Mi. – Fr. von 8.00 Uhr – 12.00 Uhr

Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventszeit, fröhliche Weihnachten und ruhige Feiertage! 

Ihr Stefan Kern