Liebe Mitbürgerinnen und liebe Mitbürger!

 

Ein bunter Themenkatalog begleitete uns durch den November. Zum einen gab es im Gemeinderat einen personellen Wechsel. Siegfried Hauser, seit achtzehn Jahren Mitglied der PWB-Fraktion, hat sein Mandat aus persönlichen Gründen niedergelegt. An dieser Stelle möchte ich nochmal mein herzliches Vergelt’s Gott für alles, was er in seiner Amtszeit geleistet hat, ausdrücken. Siegfried Hauser kam immer gut informiert in die Sitzungen, hat sich für die Themen und damit für die Bürgerschaft insbesondere in Hofolding engagiert und war mit Leib und Seele ein Mitglied des Gemeinderats. Sein Nachfolger ist Florian Tränker, der für die junge Generation in der PWB-Fraktion antritt. Der junge Hofoldinger ist Mitglied bei der Feuerwehr und im Burschenverein und im Gemeindeleben gut integriert. Ich freue mich sehr auf die zukünftige Zusammenarbeit.

Die Kinderbetreuung ist ebenfalls Thema im November gewesen. Der Gemeinderat ist sich einig darüber, dass wir das Angebot in der Gemeinde weiter ausbauen wollen. Daher wird es auf dem derzeit in Bau befindlichen Grundstück an der Glonner Straße nicht nur gemeindliche Mietwohnungen geben, sondern auch eine 2-gruppige Betreuungseinrichtung, wo auch kleinere Kinder ab Krippenalter unterkommen können. In der Diskussion ging es um die Größe der Tiefgarage und der damit verbundenen Lagermöglichkeiten der Wärmeversorgung des Hauses. Geprüft wurde eine Wärmepumpenanlage mit auf dem ganzen Grundstück verteilten Tiefenbohrungen, sowie eine Hackschnitzelheizung oder Pelletheizung. Die Vorteile der Wärmepumpe waren der geringe Wartungsaufwand und die Kühlmöglichkeit im Sommer, aber sie wies die höchsten Investitionskosten mit der schlechtesten CO2 Bilanz auf Grundlage des deutschen Strommixes auf. Am günstigsten wäre eine Pelletheizung gewesen, allerdings können die Pellets nicht regional erzeugt werden und die CO2 Bilanz lag zwar besser als bei der Wärmpumpe, aber immer noch höher als bei einer Hackschnitzelheizung. Diese ist wegen ihres Wartungsaufwandes zwar anspruchsvoll und benötigt auch einen unterirdischen vor dem Gebäude liegenden Vorratsbunker, kann aber von Landwirten der Umgebung mit Holzschnitzel beliefert werden, was sich wiederum positiv auf die Brennstoffkosten auswirkt und Unabhängigkeit verspricht. Der Gemeinderat hat sich klar mehrheitlich für eine Hackschnitzelheizung entschieden. Grundsätzlich waren fossile Brennstoffe wie Öl- und Gas hinsichtlich der CO2-Billanz für den Neubau eines Hauses ausgeschlossen, da regenerative Energieformen ohnehin notwendig sind und die Gemeinde unabhängig vom Import fossiler Energieformen sein möchte.

Auch die Ausstattung der Kinderbetreuungseinrichtungen mit Lüftungsanlagen oder Luftfiltern waren ein heiß diskutiertes Thema. Es geht schließlich um die Gesundheit unserer Kinder und damit aller Familienmitglieder bis hin zu Oma und Opa. In unserer Schule haben wir zunächst mal die vorhandenen technischen Lüftungs-Kapazitäten erhöht und haben die Wartungsfirma beauftragt, den genauen Luftwechsel pro Stunde zu berechnen, um eine Virenübertragung über die Aerosole in der Raumluft zu vermeiden. Jetzt ist ein sechsfacher Luftwechsel der Raumluft eingestellt. In unseren Schulen sind alle Klassenzimmer, Mehrzweckraum und der Turnhalle ausgerüstet, so dass kein weiterer Bedarf an Umluftfiltern besteht. Aber die Kinderbetreuungseinrichtungen sind nicht alle mit RLT ausgerüstet, so dass im Gremium die Frage nach einer Nachrüstung aufkam. Umluft-Filtergeräte mit H13- bzw. H14-Luftfilter, die geeignet sind, die mit Viren belastete Luft zu reinigen, sind allerdings meist laut (über 60dB) und kosten zwischen 3.000 und 6.000 Euro, zuzüglich der beachtlichen Wartungs- und Energiekosten. Die Geräte machen darüber hinaus nur dort Sinn, wo die Ansteckungsgefahr durch Kontakt ausgeschlossen werden kann. Das trifft bei Kinderkrippen und -gärten überhaupt nicht zu, wenn sich die Kinder gegenseitig anfassen oder anniesen, ganz ohne Mundnasenbedeckung. Insofern wurden für diese Einrichtungen kaum Bedarf gemeldet. Trotzdem soll grundsätzlich in manuell belüfteten Räumen CO2-Prüfgeräte angeschafft werden, die ein Warnsignal geben, wenn das nächste Lüftungsintervall ansteht. Daneben wurde Herr Prof. Dr. Kähl von der Bundeswehr Universität beauftragt, die Lüftungssituation in allen Bereichen zu prüfen und entsprechende Empfehlungen auszusprechen. So könnten die Klassen unserer Schule sowie die Mittagsbetreuung und der Hort Trennscheiben bekommen, sofern dies die Lüftungsströmung nicht stört, um optimalen Schutz für jeden zu erreichen. Der Gemeinderat hat in jedem Fall keine Kosten gescheut, um das Vertretbare zu tun, um den Lock down oder Schließung der Schulen zu verhindern.

Denn klar ist auch: Corona ist auch bei uns in der Gemeinde. Zum Stand heute (17. November) haben wir 20 positive Fälle. Um die Infektionsketten schnell nachvollziehen zu können, haben wir als Gemeinde das Kontaktmanagement vom Gesundheitsamt übernommen. Das bindet zwar Personalressourcen, gibt uns aber die größtmögliche Effizienz auf die Ausbreitung der Infektion schnell zu reagieren und unsere Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zu schützen. Hier hätte ich mir von den Bundesländern mehr Engagement erwünscht, gerade mit Blick auf Berlin, wo zuerst keine Maßnahmen erlassen wurden und dann sofort die Nachverfolgung aufgeben wurde, da die Infektionsketten als nicht mehr nachverfolgbar erklärt wurden. Der Einsatz der Corona-App könnte gerade anonyme Kontakte beim Einkaufen oder im Bus und S-Bahn aufzeigen und Schnelligkeit bei der Unterbrechung der Ansteckungsketten bringen. Diese wird aber leider viel zu wenig genutzt, obwohl alle Datenschützer klargemacht haben, dass keine Erfassung an irgendwelche Ämter weitergeben werden! Hoffentlich muss nicht erst die Lage dramatisch werden, damit hier mehr Mitwirkung von allen erreicht wird.

Nach den Maßnahmen für gemeindlich vergebenen Wohnungen in Brunnthal und Faistenhaar soll nun auf Antrag der CSU auch Wohnungsbau in Hofolding folgen. Mit den gemeindlichen Wohnungen über der KiTa an der Glonner Straße und der damit einhergehenden Nachfrage nach Wohnungen dieser Größe können wir den Bedarf für die Zukunft abschätzen. Denn auch für die Faistenhaarer Straße in Hofolding (Wiese zwischen Landgasthof Schmuck und Eichenstraße) planen wir ein ähnliches Wohnbauprojekt, bei dem über die bayerische Wohnbauförderung 30% der Kosten vom Staat übernommen werden würden. Die Ausschreibung der Planer sollen im Jahr 2021 anlaufen. Mit Planung, Förderantrag, Genehmigung, Ausschreibung und Fertigung nimmt das Projekt rund 3 Jahre in Anspruch, sodass die weitere Nachfrage bzw. der Bedarf mit Vergabe der Wohnungen in Brunnthal im September 2022 nachvollziehbar wird. Die liquiden Mittel der Gemeinde mit über 12 Mi Euro würden so gut investiert werden und hätte gleichzeitig soziale Wirkung durch günstigen Wohnraum.

Die Faistenhaarer Burschen haben einen Antrag auf Bau einer Dauer-Wachhütte gestellt. Diese sollte am östlichen Rand der Ausgleichsflächen in der Nähe des Geländes der Firma Geldhauser und der Stockschützenbahn gebaut werden. Befürchtet wurden von Teilen des Gremiums Immissionen zulasten der benachbarten Wohnbebauung in der Zedernstraße, insbesondere in der Maibaum-Wach-Zeit. Städtebaulich gesehen passt sich das Vorhaben aber ein, denn es liegt am äußersten Rand der Gemeinde und im Bereich anderer Vereine, wie Stockschützen und dem TSV Hofolding. Ein vorhandener Standort für die Burschen-Hütte von Faistenhaar wäre das ehemalige Raiffeisenbank-Gebäude in Faistenhaar, was allerdings aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Wohnbebauung und Parkmöglichkeiten sehr schwierig ist. Baurechtlich dauerhaft ausgeschlossen ist die Wiese an der Faistenhaarer Ottobrunner Straße zur Waldsiedlung hin, wo es zuletzt stand. Insofern war beim Standort in der Nähe des Firmengeländes Geldhauser und der Stockschützenbahn einzig die Frage der Situierung in den Ausgleichsflächen eine zu lösende Aufgabe (Nachweis Emissionen muss im Verfahren nachgewiesen werden). Die Wachhütte wird nun in die Bauleitplanung für die Wasserstofftankstelle der Firma Geldhauser aufgenommen und wir warten das Immissionsgutachten ab, das die Nähe zu den Anwohnern genau überprüfen wird.

Obwohl die Windkraft im Hofoldinger Forst im letzten Jahr bereits 4-fach im Gemeinderat behandelt wurde und eine gemeinsame Sitzung mit den anderen Gemeinden und Landrat stattgefunden hat, beantragte Gemeinderat Jürgen Gott erneut den Ausstieg aus der Arbeitsgemeinschaft Hofoldinger Forst, der auch die Landkreise München und Miesbach, die Gemeinden Aying, Otterfing und Sauerlach angehören. Er behauptete, dass der Gemeinderat bei den vorangegangenen Abstimmungen nicht ausreichend informiert war, obwohl er selbst nicht immer anwesend war und die vorgebrachten Argumente von seinen Kollegen sehr wohl vorgetragen wurden. Im Wesentlichen ging es ihm um die Zustimmungspflicht der Gemeinde zur Errichtung der Windkraftanlagen im Staatsforst, ohne die derzeit keine Vergabe der Grundstücke erfolgt. Dem steht allerdings die Aussagen des Bayrischen Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister entgegen, die mindesten 100 oder gar 300 Windräder in den Wäldern der Bayerischen Staatsforsten versprachen, wenn die 10-H-Regelung zur Wohnbebauung erfüllt wird. Nachdem im Hofoldinger Forst sehr große Flächen mit deutlich mehr als 2,5 km Abstand vorhanden sind, können südlich unserer Orte sehr viel mehr Windräder erstellt werden, als die derzeit vier, mit einem Rad für jede Gemeinde, gerade was unseren und den Ayinger Gemeindebereich betrifft. Diesen tiefen Eingriff in den Wald und Wildwuchs in Blickrichtung Alpen will die Mehrheit ebenfalls abwenden und maßvoll mit einem Rad einen positiven Klimabeitrag leisten. Zudem wäre ein Ausstieg kurz vor Ende der Gutachten für die Vereinbarkeit von Artenschutz und Berechnung eines wirtschaftlichen Betriebes unter den laufenden Windmessungen vollkommen unsinnig, da dann die Ergebnisse zur Abwägung noch nicht einmal zur Verfügung ständen. Das alles waren Gründe, um den Antrag zum Ausstieg aus der ARGE mit einer Mehrheit von 14 zu 7 Stimmen abzulehnen.

Wenn Sie mein Vorwort lesen, werden Sie sich – hoffentlich trotz der aufregenden Zeiten – in weihnachtlicher Stimmung befinden. In jedem Fall sollte dieses Jahr auch mehr Ruhe für Besinnung möglich sein. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine besonders schöne Advents- und Weihnachtszeit und die Erkenntnis, dass Nähe sich nicht nur räumlich erleben lässt.

Ihr Stefan Kern

 

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