Barock Musik Zauber

Plakat Konzert 14.03.2024

Musiksaal Brunnthal
Hofoldinger Str. 16
85649 Brunnthal

J.S.Bach, Couperin, Marais, Kapsberger, Hume, Pittoni

Anna Zimre: Viola da Gamba
Jacopo Sabina: Theorbe
Sayaka Matsunaga: Cembalo

Eintritt: EUR 20,- (EUR 13,- für Schüler u. Studenten).
Eintrittskarten gibt es ab dem 05.02. im Rathaus
Münchner Str. 5, 85649 Brunnthal Tel 08102/89012, Mo-Fr 8-12 Uhr
und an der Abendkasse.
Email-Reservierung: margot.schober@brunnthal.bayern.de
Die Karten können an Auswärtige auch zugesandt werden.
Veranstalter: Gemeinde Brunnthal
Organisation: brunnthalerkonzerte@musiksaal.net

Zauber des Klangs

Die gefragte Gambistin und Barockcellistin Anna Zimre wurde von renommierten Ensembles in ganz Europa eingeladen. Auf die gleiche Weise sind Jacopo Sabina und Sayaka Matsunaga in Münchner Ensembles und Orchestern tätig. Letztere erhielten in Deutschland Stipendien, wobei Sabina einen Lautenwettbewerb gewann. Durch ihre Unterrichtstätigkeit haben Zimre im Bayerischen Jugendbarockorchester im Bereich historischer Instrumente und Matsunaga an der Münchner Musikhochschule als Cembalokorrepetitorin ihr Interesse an der Musikpädagogik verwirklicht.

Solowerke für Viola da Gamba – landläufig Gambe genannt –, Theorbe und selbst solche für das Cembalo erscheinen selten auf der Bildfläche der klassischen Konzerte unserer Zeit. Diese Instrumente haben in der Zeit des Barock meist zur Begleitung, genannt Basso continuo (bc), der Singstimme oder von Soloinstrumenten und auch zur harmonischen Unterstützung im Orchester gedient.Sie werden zu diesem Zweck heute noch für Aufführungen von Barockwerken im Konzertsaal oder in der Oper eingesetzt. In der damaligen Zeit gab es allerdings viele Virtuosen auf der Gambe und Theorbe bzw Laute, die vornehmlich die Aristokraten begeisterten. Das Cembalo trat auf eine andere Weise in den Vordergrund der musikalisch-führenden Präsentation; nämlich durch den Dirigenten, der damals von diesem Tasteninstrument aus gleichzeitig auch noch das Orchester leitete. In der 1. Hälfte des 18.Jahrhunderts erreichte das Cembalo schließlich in Frankreich und Deutschland seinen Höhepunkt als Soloinstrument.Der feine Klang der geschmeidigen Gambe sowie der Theorbe und des Cembalos,die beide einen hellen leichten Ton erzeugen, können einen unaufdringlichen Zauber beim musikalischen Vortrag bewirken.

Bei den Werken von Hume, J.S.Bach und Couperin unseres Konzertabends spielt ein Instrument allein. Bei den anderen Programm-Nummern steht jeweils eines imsolistischen Vordergrund, wobei die anderen Instrumente den bc dazu spielen.

Den Anfang bildet die klar strukturierte Sonata seconda aus der Intavolatura die tiorba im Stil einer Kirchensonate von Giovanni Pittoni (1630-1677). Er war Theorbist und Komponist und muss wohl sehr geschätzt gewesen sein, hatte ihm doch Kaiser Leopold I. den Ruf nach Wien ausgesprochen. Pittoni konnte ihn aus gesundheitlichen Gründen nicht annehmen.
Ebenso solistisch tritt die Theorbe bei den folgenden sehr farbigen 3 Stücken aus dem Libro quarto d’intavolatura di chitarrone von Giovanni Girolamo Kapsberger (1580-1651) auf. Er war Sohn eines deutschen Adligen und wuchs in Venedig auf. Als Virtuose auf der Laute und der unlängst erfundenen Theorbe, die der Familie der Laute angehört, ging er bald nach Rom, wo er in
päpstliche Dienste trat und sich unter dem Namen „Giovanni Geronimo Tedesco della Tiorba“ bald einen Namen machte.
Tobias Hume (1569-1629) war ein schottischer Komponist, Gambist und Soldat. Die Gambe war neben der Laute das beliebteste Instrument seiner Zeit. Generell wird Humes Musik durch einen improvisatorischen Tonfall mit vielfältiger Rhythmik und plötzlichen Änderungen in der Struktur bestimmt. Wir hören Farewell aus seinen „Musicall Humors“ (1508) für Gambe solo.

Auf dem Cembalo erklingt dann Praeludium und Fuga c-Dur und d-Moll aus dem weltberühmten Wohltemperierten Klavier I von dem uns allen wohlbekannten Johann Sebastian Bach (1685-1750). Wie dieser entstammte der in Frankreich hochverehrte François Couperin (1658-1733) einer weitverzweigten Musikerfamilie. Er war ein Meister der kleinen Form. Wir werden von ihm Les Barricades Mystérieuses und Les Moissoneurs aus dem Ordre 6ème der Pièces de Clavecin hören.
Von Marin Marais (1656-1728) kommt aus den Pièces de viole livre III die Suite g-Moll für Gambe und bc zu Gehör. Dieser wie auch Antoine Forqueray (1635-?), von dem wir die Chaconne La Buisson hören, war Mitglied der „Königlichen Kammermusik“ von Ludwig XIV. Von Carl Friedrich Abel (1723-1787) erklingt die Sonate a-Moll für Gambe und bc. Er war der letzte große Gambist und ein Visionär, darf man ihn doch schon zur Frühklassik rechnen.